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STECKBRIEF
Wissenschaftlicher Name: |
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Psammomys obesus |
Deutscher Name: |
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Fette Sandratte |
Englischer Name: |
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Fat sand rat |
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Ordnung: |
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Rodentia |
Familie: |
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Muridae |
| Unterfamilie: |
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Gerbillinae |
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| Vorkommen: |
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Algerien, Tunesien, Libyen, Ägypten, Syrien, Jordanien, Sudan, Palästina, Teile Saudi Arabien |
| Größe: |
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13-20 cm + 10-15 cm Schwanz |
| Gewicht: |
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100-200 g |
| Geschlechtsreife: |
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Ab 60 Tagen |
| Tragzeit: |
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25-30 Tage |
| Durchschnittliche Wurfgröße: |
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2-5 Jungtiere |
| Sozialverhalten: |
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Gesellig |
| Aktivitätsphasen: |
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Tag- und nachtaktiv (phasenweise) |
| Besonderheiten: |
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Neigen zu Diabetes; selbst Wildfänge sind kaum scheu |
| Anspruch: |
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Nicht für Anfänger geeignet, Nahrungsanspruch beachten |
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ALLGEMEINES
Die Fette Sandratte gehört neben Persischen und Shaw-Rennmäusen zu den größten in Deutschland gehaltenen Rennmäusen. Trotz ihres sehr menschenfreundlichen Wesens sind sie aber noch nicht häufig in Menschenobhut zu finden, da sie durch ihre spezialisierte Ernährungsweise recht heikel in der Haltung und oft recht stressempfindlich sind. Viele Sandratten, insbesondere Wildfänge, versterben sehr schnell, häufig bleibt auch der Nachwuchs aus.
In ihrer Heimat, der kargen Negev-Wüste und anderen Halbwüsten und Steppen Nordafrikas und der arabischen Halbinsel ernähren sie sich fast ausschließlich von der Salzmelde (Atriplex halimus) und saisonal von Anabasis articulata, die aufgrund der stark salzhaltigen Böden ebenfalls einen hohen Salzgehalt aufweisen. Als Anpassung an die hohe Salzaufnahme ist die Nierenaktivität von Sandratten sehr hoch. Noch nicht geklärt ist aber, ob die Tiere diesen Salzgehalt nur tolerieren oder ob er für ihren Stoffwechsel von essenzieller Bedeutung ist.
Ein weiterer Punkt, der bei der Ernährung der Sandratten eine wichtige Rolle spielt, ist ihre Anfälligkeit für Diabetes vom Typ 2 und Fettsucht. Durch die karge Vegetation in ihrer Heimat sind sie an zuckerhaltige oder allgemein energiereiche Nahrung nicht angepasst, worauf unbedingt bei der Fütterung geachtet werden muss. Aufgrund ihrer Neigung zu diesen Erkrankungen werden sie häufig in der medizinischen Forschung eingesetzt als Tiermodell für die entsprechenden Erkrankungen des Menschen.
Außerdem sind Fette Sandratten die natürlichen Wirte von Leishmanien, einzelligen Erregern sehr unangenehmer Krankheiten des Menschen, so dass sie auch hierfür Bedeutung als Labortiere erlangt haben.
Außer der Fetten Sandratte ist mit Psammomys vexillaris noch eine weitere Sandrattenart beschrieben, die aber nicht von allen Autoren anerkannt wird und wohl auch nicht als Heimtier gehalten wird. Von P. obesus werden zurzeit bei uns zwei Formen gehalten, die sich in Fellfarbe und Größe etwas unterscheiden. Die als P. obesus nicolli angebotenen Tiere sind seltener bei Haltern zu finden als die größere und dunkler gefärbte Form.
Ich halte seit etwa 3 Jahren erfolgreich Fette Sandratten und regelmäßig gibt es Nachwuchs. Entgegen der häufig vertretenen Meinung, dass Sandratten schwierig in Gruppen zu halten sind, konnte ich andere Erfahrungen sammeln, denn meine Familiengruppen funktionieren sehr gut.
Die große Zutraulichkeit sowie das sehr schöne Aussehen faszinieren mich immer wieder an diesen Tieren. Doch sollte man bedenken, dass gerade diese Nager extrem stressanfällig sind und ihre Ruhephase brauchen, ansonsten können sie relativ schnell sterben. Von daher sind sie trotz ihres liebenswerten Wesens sicher nicht als „Streicheltiere“ geeignet.
Die Eingewöhnung von Importtieren
Bei vielen im Handel angebotenen Sandratten handelt es sich um Importtiere. Leider ist deren Sterblichkeit sehr hoch, was vor allem an Fehlern bei der Fütterung liegt. Deshalb gelten für alle frisch importierten Sandratten folgende Verhaltensregeln:
Da die meisten frisch importierten Sandratten stark verwurmt sind, sollte in Absprache mit einem Tierarzt eine Wurmkur durchgeführt werden. Dies ist vor allem deshalb wichtig, da die Eingewöhnung dem Körper der Tiere viel abverlangt. Werden die Tiere nun noch zusätzlich durch Parasiten geschwächt, ist oftmals der Tod der Tiere die Folge.
Wesentlich bei der Eingewöhnung ist vor allem die Gabe von Natron. Leider geben viele Halter gerade in der ersten Zeit zu wenig Natron, was zu Nierenschäden und damit zum Tod der Tiere führt. Solche Tiere sterben oftmals ohne äußere Anzeichen einer Erkrankung, In einigen Fällen kommt es jedoch kurz vor dem Tod zu Krämpfen. In den ersten 2-3 Monaten sollte den Tieren deshalb eine um 1/3 höhere Tagesdosis Natron zur Verfügung gestellt werden, wobei zusätzlich normales Wasser gereicht werden muss, damit die Tiere über die Wasseraufnahme den Salzgehalt der Nahrung selber regulieren können. In dieser Zeit sollte die Hauptnahrung aus Chinakohl und Heu bestehen. Nach ca. 3 Monaten kann dann langsam die Fütterung umgestellt werden. Zu Chinakohl und Heu sollten nun auch Zucchini und Chinchillapellets angeboten werden, die tägliche Dosis Natron kann langsam reduziert werden.
Bei Nachzuchttieren ist diese Eingewöhnung meist nicht notwendig (in Abhängigkeit von den Haltungsbedingungen des Vorbesitzers). Auch aus diesem Grund sind Nachzuchten generell Importtieren vorzuziehen.
Text von Isler, Schumacher, Yousef, Sistermann |